Jugendliche sind stark gefordert, wenn sie an der Schwelle zum Erwachsenwerden stehen. In dieser Zeit gilt es Lebensziele zu finden, Pläne zu entwerfen, wie die Zukunft einmal aussehen soll, heraus zu finden, was man von seinen Wünschen und Idealen verwirklichen könnte. So entwickelt sich allmählich die Persönlichkeit, und diese entfaltet sich selten ohne starke Verletzungen des Selbstwertgefühls. Immer wieder stellt sich die Frage: "Was ist der Sinn des Lebens?"

 

Manchmal können Gefühle und Probleme so übermächtig werden, dass du meinst, du kannst es einfach nicht mehr aushalten. Es tut einfach wahnsinnig weh, wenn man von der Liebsten/dem Liebsten von heute auf morgen verlassen wird. Es ist lästig, wenn einen die Eltern täglich mit ihren Wünschen drangsalieren, und der Stress in der Schule kann so massiv werden, dass du dich an die Wand gedrückt fühlst.

 

Vielleicht hast du auch Trouble mit Drogen oder bist mit dem Gesetz in Konflikt geraten - das alles können Gründe dafür sein, dass dein Leben nur noch aus Trauer, Wut, Enttäuschungen und Sinnlosigkeit besteht. Und du denkst nur noch: "Ich will raus aus dieser Scheißwelt, ich sehe keinen Ausweg mehr, ich will sterben."

 

Bin ich "verrückt", wenn ich so etwas denke, immer wieder und von dem Gedanken nicht mehr loskomme? Wahrscheinlich hat jeder Mensch schon einmal gedacht: "Ich wünschte, ich wäre tot". Das ist nicht verrückt, sondern verzweifelt. In diesen Momenten willst du lieber gar nichts spüren als diese Qualen. Der Tod bedeutet dann Ruhe und Frieden, er scheint harmonisch und sanft.

 

Vielleicht stellst du dir auch vor, wie du tot im Sarg liegst und alle Leute, die dich jetzt verletzen, nicht beachten und quälen, stehen herum und weinen und bereuen, dass sie dich so schlecht behandelt haben. Wie furchtbar mies werden sie sich fühlen! Aber: Wenn du wirklich tot bist, kannst du die Reue und die Schuldgefühle der Zurückgebliebenen nicht auskosten. Ein Toter kann sich nicht mehr rächen.

 

Die meisten Menschen, die am liebsten sterben würden, wollen im Grunde nicht tot sein. Wollen leben. Aber nicht so, wie sie das Leben bisher erfahren haben. "Ich will nicht mehr leben" bedeutet: "So wie es jetzt ist, kann ich nicht mehr leben. Ich möchte, dass sich in meinem Leben etwas ändert."

 

Wenn dich Gedanken an Selbstmord immer wieder überkommen, dann solltest du dringend Hilfe suchen. Du brauchst jemanden, der dir hilft, aus deinem schwarzen Loch heraus zu kommen. In Frage kommen dafür . . .

 

  • dein bester Freund/deine beste Freundin
  • deine Eltern
  • ein Lehrer/eine Lehrerin, zu dem/der du Vertrauen hast
  • eine psychologische Beratungsstelle
  • im akuten Notfall die Telefonseelsorge
  • die Ambulanz des nächsten Krankenhauses

 

Und gib dir Zeit, alles mehrmals zu überdenken. Versuche eine weitere Nacht darüber zu schlafen. Dadurch gibst du deinen mörderischen Gefühlen die Chance abzuklingen. Gefühle gehen vorbei - der Tod ist für immer.

Quelle: bravo.de