Aktivistin und Autorin Helena Steinhaus über Armut, Ausgrenzung und fehlende Unterstützung

Foto: A. Berghäuser
In dieser Folge „Kopfsalat“ spricht Moderator Sven Haeusler mit Helena Steinhaus über Einsamkeit und Armut. Die Gründerin des Vereins Sanktionsfrei erzählt, dass sie selbst in Armut aufgewachsen ist und erklärt, warum sie heute mit ihrem Verein Menschen unterstützt, die in finanzielle Not geraten oder von Kürzungen betroffen sind.
Im Gespräch erläutert die 37-Jährige, wie Armut den Handlungsspielraum einschränkt. Wer kaum genug Geld zum Leben hat, kann viele Dinge des Alltags nicht mitgestalten und bleibt außen vor. Viele ziehen sich zurück – sei es aus Scham oder weil schlicht die finanziellen Mittel fehlen: „Es gibt Studien, die ganz klar belegen, dass Einsamkeit stark mit Armut zusammenhängt.“
Die Aktivistin kritisiert, dass hinter Armut viele strukturelle Probleme liegen, die gesellschaftlich nicht gesehen werden: Sozialleistungen reichen oftmals nicht aus, bürokratische Hürden erschweren den Alltag zusätzlich. Der Verein Sanktionsfrei setzt sich heute umfassend für soziale Gerechtigkeit und gesellschaftliche Teilhabe ein. Dafür brauche es auch ein gesellschaftliches Umdenken: „Ich fände es schön, wenn man mehr darüber sprechen würde, dass es Menschen gibt, die sich Dinge nicht leisten können und dass man viel selbstverständlicher sagt: Hey, ich zahl das.“
Über Kopfsalat
Der Freunde fürs Leben-Podcast Kopfsalat erscheint zweimal monatlich und ist auf frnd.de sowie auf den gängigen Podcast-Plattformen wie Apple Podcasts, Spotify, Deezer und RTL+ abrufbar. Die Sonderedition Einsamkeit wird von der KKH Kaufmännische Krankenkasse gefördert. Der Moderator ist Filmemacher und Journalist Sven Haeusler.
Seit 2001 klärt der gemeinnützige Verein Freunde fürs Leben e.V. Jugendliche und junge Erwachsene über mentale Gesundheit, Depression und Suizid auf. Denn durch gezielte Informationsvermittlung über Warnsignale, Hilfsadressen und Therapiemöglichkeiten ist Suizidprävention möglich.